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Menschvadder, wie viel digitales Vergnügen darf es denn sein?

Ein Tamagotchi war in meiner Jugend das Highlight in der Schule. Ein Nintendo Gameboy oder eine Sega Konsole daheim zu haben, hieß du bist am Puls der Zeit. Damals war sicherlich nicht alles besser, aber gefühlt überschaubarer.

In den letzten dreißig Jahren hat sich die multimediale Welt in alle möglichen Richtungen entwickelt und es ist schwer vorstellbar auf diesen Komfort und die vielfältigen Vorteile zu verzichten, die diese technischen Entwicklungen so mit sich bringen. Die Anforderungen, die so der Alltag an Familien mit Kindern stellt haben sich hingegen kaum verändert. Immer noch gehen die Kinder zur Schule und die Eltern arbeiten. Unter der Woche sind die Abläufe klar und strukturiert, oder sollten es zumindest sein. Für viele Aktivitäten außer der Reihe bleibt eigentlich kaum Zeit über, außer Spielen und Freunde treffen oder eben den Fußballverein.

Jetzt kommen diese ganzen Zeitfresser quasi neu dazu und es ist gar nicht so leicht, den richtigen Umgang damit zu finde, geschweige denn vorzuleben. Auch sind für manche Eltern diese sogar ein willkommenes Helferlein, wenn’s darum geht die Kinder zu beschäftigen. Vermutlich könnten meine Kinder den ganzen Tag am Tablet oder an der Konsole oder am Fernseher verbringen. Dies würde sie sicherlich nicht stören.

Mein großer ist 10 Jahre alt, aber ein eigenes Handy besitzt er nicht und ein Tablet auch nicht. Meine Frau und ich sind da auch eher konservativ, obwohl ich mich in Sachen Technik eher der Fraktion der Nerds zugehörig fühle.  Zeit fürs zocken bleibt am Wochenende über, wobei wir bisher hier für den großen etwa eine Stunde je für den Samstag und Sonntag eingeplant haben. Dies hat ihm auch lange gereicht.

Ich glaube, das hier hin und wieder dein Einfluss und die eine oder andere Korrektur erforderlich ist. Auch wenn du deinen Kindern vertraust, gibt es doch einen Unterschied zwischen Gleichwürdigkeit und Gleichberechtigung. Kinder und Erwachsene sind meiner Meinung nach eben nicht gleichberechtigt und müssen und dürfen eben nicht alles gemeinsam entscheiden. Auch in Fragen der digitalen Selbstbestimmung braucht der Nachwuchs es ab und an, dass du ihn an die Hand nimmst. Dies gibt allen beteiligten ein besseres Gefühl und ist solange notwendig, bis sich alle wohl fühlen auf diesem Terrain.

Zum Schluss muss ich noch eines zugeben: ganz analog wie ich es gerne hätte waren unsere Kids nie. Da gab’s immer Leute um uns herum, die der Meinung waren, das es  nützlich ist wenn die Kinder auch mal am Handy unbeaufsichtigt und ohne Einschränkungen daddeln dürfen. Irgendwann habe ich’s aufgeben und versuche nicht mehr da groß Einfluss darauf zu nehmen.Darüber sehe ich aber inzwischen hinweg. Nehmen wir nur mal als Beispiel die Omas und Opas da draußen. Wichtig ist mir nur, die Kinder müssen wissen, bei uns daheim gibt es solche Regeln und bei Oma und Opa eben andere.

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allgemeines

Menschvadder, wieso gehen alle auf mich los?

Aus der Sicht eines Kindes muss das verdammt unfair und erniedrigend sein, wenn’s um alltägliche Themen geht und Vater und Mutter gleichzeitig ins Horn blasen weil mal wieder etwas nicht klappt so wie es soll. Für mich und meine Frau ist es unheimlich schwierig uns da abzustimmen. Und dabei gibt’s beliebige Konstellationen, wobei aber außenstehende Personen wie etwa die Großeltern nachfolgend noch nicht mal berücksichtigt werden.

Je nach Modell und Ausführung machst du solche Erfahrungen nicht zwangsläufig, denn es gibt Kinder wie unser Kleiner, die kaum auffällig sind, Ansagen akzeptieren können, sich immer brav anstellen und selten aus dem Raster fallen. Ist das bei dir der Fall, dann freut es mich für dich. Es gibt aber auch Fälle, wie unseren Großen, bei dem die Themen nicht durch eine einmalige Ansage ankommen sondern mühsam Thema für Thema angegangen werden müssen. Und wenn die Marmelade beim Essen zum tausendsten Mal auf der Hose landet, weil der Teller nur zur Tischdekoration gehört oder der Ärmel zum Nase und Mund abwischen verwendet wird, dann kann einem die Hutschnur schon mal platzen. Weitere Situationen sind Kappeln am Esstisch, der Regentanz im Esszimmer beim Essen oder wenn Essen fertig ist, Chorgesänge und Streitereien beim Autofahren und der Renner zwischendurch, der zu einem blauen Auge führt – einfach so. Konnte ja keiner ahnen dass dies Spuren hinterlässt, war ja nur ein Spiel.

Meine Frau scheint das nicht so wahrzunehmen wie ich, zumindest kommt da relativ wenig. Anderseits empfindet sie es als überflüssige Kritik, wenn ich dagegen halte – da kommen dann auch Vorwürfe von ihr wie etwa „wenn ich mal was sage, dann musst du gleich dazwischen gehen und mich bremsen, bei dir darf ich aber nix sagen“.

Was also tun? Verabrede mit deinem Partner, dass je nach Situation immer nur einer regelt und haltet euch dran. Gehe davon aus, dass dies etwas Übung braucht. Ich merke zum Beispiel oft gar nicht, wenn ich kritisiere oder korrigiere. Ein guter Tipp war ganz umsonst von einer sehr fähigen Pädagogin, die uns mit Rat und Tat zur Seite stand – gehe Themen einzeln an, statt permanent zu meckern. Also ein Thema – zb Esskultur – und mach da Druck. Über andere Sachen kannst du dann versuchen derweil weg zu sehen. Natürlich kannst du andeuten, das du das nicht OK findest, was gerade geschieht sofern erforderlich , allerdings dann bewusst die Klärung auf ein anderes mal schieben. Ich rate dir auch, deinen Mann zu stehen und beharrlich darauf zu bestehen deinen Aufgaben nachkommen zu können. Es könnte sein, dass dein Partner irritiert ist, wenn du darauf bestehst eines deiner Kinder am Abend oder morgens am besten alles alleine zu managen – ohne Hilfe vom Partner(der sich auch mal komplett in Luft auflösen darf). Das bringt schon eine gewisse Ruhe rein.

Versuche,  Absprachen im Vorfeld zu treffen mit deinem Partner, welches Thema gerade akut ist. Und selbstverständlich darfst du aktiv eingreifen, wenn Lebensgefahr herrscht – in diesem Falle dürft ihr die Absprachen kurzfristig außer Kraft setzen.

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Die gelassene Art dran zu bleiben

Dieses Buch von Wolfgang Schmidbauer ist wirklich empfehlenswert, wenn du als Mann der Frage auf den Grund gehen möchtest wie du es schaffst auch in vielen verschiedenen Kategorien des Lebens und Phasen der Anspannung nicht zu verzweifeln. Mir war das Buch außerdem ein guter Ratgeber in den wesentlichen Lebensfragen wie etwa Partnerschaft und vermittelt einen positiven Blick auf das Leben. Der Tenor ist eben einfach locker bleiben.

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selbstverwirklichung

Menschvadder, gebt nicht immer 100%…

Bei einem Kind war das alles sehr bequem – wenn sich dein Partner um das Kind kümmert, hast du die Möglichkeit dir anderweitig die Zeit zu vertreiben oder dich zu erholen. Bei zwei Kindern und mehr ist das dann schon schwieriger bis unmöglich. Irgendwie brauchen dann alle Kinder Zuwendung und da üblicherweise nur zwei Partner sich die Arbeit teilen, haben auch beide immer gut zu tun.

Manchmal komme ich mir im Alltag vor wie beim Staffellauf. Auch wenn ich mich so in meinem Bekanntenkreis umsehe, dann stelle ich oft fest, das bis in unendliche optimiert wird. Da ist dann alles entsprechend durchgetaktet und ich finde, das ist nicht unbedingt immer notwendig. Es ist aus meiner Sicht außerordentlich wichtig auch Puffer einzubauen, damit genügend Energie auch für die gemeinsame Zeit über bleibt und zudem für die etwas schwierigeren Phasen wie etwa Ferien und Krankheitstage der Kinder. Außerdem plane ebenfalls ein, das der normale Alltag und auch weitere Projekte in deinem privaten Bereich ebenfalls die Wochenenden einnehmen werden und das ist dann bitter.

Mir liegt es fern irgendjemanden dafür zu kritisieren, wie er oder sie das eigene Leben führt. Ich gehe davon aus, das beide Partner berufstätig sind. Konkret könnten solche Puffer so aussehen, das beide Partner sich mindestens jeweils einen Tag unter der Woche frei halten. Dies können sicherlich je nach ausgeübter Tätigkeit schmerzhafte finanzielle Einschnitte sein, das ist klar. Aber sofern ihr euch das leisten könnt, gehe davon aus das die restliche freie Zeit gut gefüllt ist. In Idealfall bleibt also das Wochende zur freien Verfügung und dies tut euch und euren Kindern bestimmt sehr gut. Hätten wir diese Puffer nicht, würden meine Frau und ich auf dem Zahnfleisch gehen.

Unsere Kinder liegen drei Jahre auseinander. Ich erinnere mich an die Anfangszeit, wo der jüngere noch ein Baby war. Wir waren also schon zu viert und befanden uns am Anfang von der Umbauphase von unserem Haus. Da war unter der Woche an fünf Tagen Arbeiten im Büro angesagt und noch jedes Wochenende für mich zusätzlich Einsatz auf der Baustelle. Das ging gerade noch gut, denn je größer die Kinder wurden desto mehr ging der Einsatz zurück. Heute wüsste ich nicht, wo ich die Energie und die Zeit hernehmen sollte. Jedenfalls war unser Umbau nach Einzug weit davon entfernt, fertig zu sein. Mir blieb aber nix anderes über, als dies so hinzunehmen. So zogen sich die restlichen Arbeiten dann über Jahre hin und wurden einfach nach und nach dann erledigt, wenn die Zeit dafür da war. Dies waren dann meistens Urlaube oder ähnliches, denn die Wochenenden konnte und wollte ich einfach nicht mehr opfern.

Du siehst also, mit einigen Abstrichen ist einiges machbar. Wichtig ist jedoch auch das Timing, also überfordert euch nicht. Ich neige gerne dazu, nachts wach zu liegen wenn bei mir der Alltagsstress überhand nimmt. Dies kann auf die Dauer sehr belastend sein und früher oder später sich auch gesundheitlich auswirken. Das ist nicht mehr nur deine Gesundheit, denke daran. Am meisten unterschätzt habe ich, wie viel mit der Zeit tatsächlich auch hinhauen kann, wenn man sich etwas locker macht.

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schule

Menschvadder, die Ferien sind ganz schön lang…

Wir haben uns angewöhnt, Ferien mit Ritualen einzuleiten. Eisessen, MC Doof oder Kino – ganz egal. Wir belohnen uns regelrecht für die anstrengende Schulzeit und arbeitsintensiven Phasen und starten mit Vorfreude in die gemeinsame Zeit

Ich glaube, dass das Strukturieren vom Tag für ein Grundschulkind in den Ferien sehr herausfordernd ist. Ich erinnere mich an Tage in den Ferien, an denen das Kind gerne auch mal weinend im Bett liegt und nix mit sich anzufangen weiß. Und die Schwierigkeit für dich hierbei ist noch, dass du als Vater gerne auch für die empfundene Unzufriedenheit herhalten musst.

Da gibt’s dann Wutausbrüche und Anfälle und du könntest versucht sein hart durchzugreifen oder aber permanent dem Kind den Tag zu organisieren. Es ist echt fies und der Job als Vater undankbar an solchen Tagen. Tatsächlich ist es auch verlockend, dann vielleicht einfach das Kind bei Seite zu lassen und gar nicht darauf zu reagieren, denn genug zu tun hast du im Urlaub vermutlich ohnehin.

Aber es ist auch eine wunderbare Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. Wenn auch dies nicht ganz einfach ist, bleib hin und wieder dran. Lass dich einfach nicht aus dem Zimmer werfen und versuche nicht in die rote Zone zu kommen mit deiner Wut (wann soll denn das besser gelingen als in der Urlaubszeit). Wenn du nämlich halbwegs herausfinden kannst, was dein Kind gerade so bewegt – dann bringt euch ein Gespräch wieder einander näher. Bei uns sind das Themen wie etwa-wie vertreibe ich mir den Tag, welche Freunde kann ich anrufen und ganz hoch im Kurs das Selbstbestimmungsrecht: hier gab’s immer ganz großen Frust, das meine Jungs einfach nicht seine Zeit ohne den Einfluss von mir und meiner Frau gestalten können und dies einfach nicht ohne Interessenkonflikte durch die eigene Planung geht. Dem haben beide lange und immer wieder hinterher getrauert – ehrlicherweise dauert diese Phase Jahre, durchzogen Tränen- und Wutausbrüchen. Weitere Themen waren zb Freundschaften die einschlafen, nicht mehr aktuell sind – und das schmerzt abgewiesen zu werden.

Manchmal kannst du deinem Kind auch nicht helfen, denn du kommst einfach nicht immer durch. Vertrau auf dein Gefühl, wann du besser dranbleiben solltest und wann es auch mal OK ist, cool zu bleiben. Manchmal können solche Aussetzer auch einfach dazu dienen deine Aufmerksamkeit einzufordern. Und manche Kinder fordern mehr ein als die wirklich benötigen. Einer der wenigen Vorteile zwei Kinder zu haben ist, dass du dich dann ebenfalls bewusst dem anderen Kind zuwenden kannst denn deine Aufmerksamkeit brauchen beide.

Es mag so klingen, als ob ich nix anderes zu tun hätte als mich der Kindererziehung zu widmen. Es ist auch gar nicht so verkehrt, sich mal in den Ferien mit anderen Menschen zu treffen oder etwas für dich zu machen, damit du auf andere Gedanken kommst. Gönne dir auch gerne mal eine Pause, die liebe Verwandtschaft ist immer hilfsbereit und wenn nicht, dann hilft nach. Wenn Zuhause die Stimmung aufgeheizt ist, verschafft das allen beteiligten die Gelegenheit wieder etwas runter zu kommen und das Gemüt abzukühlen.

Abschließend darfst du dir gerne immer mal wieder selbst auf die Schultern klopfen. Denn sonst tut das keiner. Tue dir auch hin und wieder mal was Gutes und belohne dich für deinen Einsatz.

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selbstverwirklichung

Menschvadder du hast großes vor..

Wir Männer sind viel beschäftigt und haben großes vor. Wir wollen die Welt verändern und gestalten und einfach unseren Fußabdruck hinterlassen. Egal wann und egal wo. Meine Fußabdrücke sind meistens nur kurz von Bedeutung – dies meistens nur dann, wenn meine Frau zuvor nass durchgewischt hat. Fußabdrücke auf dem Küchenboden mag die gar nicht.

Natürlich male ich mir hin und wieder aus, wie sehr ich als der nächste Bill Gates mit einer großen Erfindung die Welt veränder. Zudem möchte ich die Welt zum guten hin verändern. Ich möchte gerne alles das weitergeben, was ich bisher im Leben lernen konnte. Allerdings bin ich mir sicher, das egal welchen Umfang mein Beitrag hätte dies im Bezug auf das Erdalter keinerlei Bedeutung hätte.

Manchmal – wenn ich so richtig im Flow bin – beschleicht mich das Gefühl, dass mir meine nächsten nur im Weg rumstehen. Für den Moment zählt dann nur, dass ich noch einen kleinen Schritt weiter komme und eventuell einen wichtigen Punkt auf meiner endlosen, sehr wichtigen VIP To-Do Liste erledige. Die Wahrheit ist allerdings, das meine Motivation bei der Betrachtung außen vor ist und ich dies einfach ausblende. Vermutlich würde ich mich – wäre ich alleinstehend – verausgaben und früher oder später in Frage stellen, wofür ich mich so sehr engagiere und mich fragen was das ganze eigentlich soll.

Ich glaube auch, das die Schwelle um eine Entscheidung für oder gegen deine Familie zu treffen entsprechend niedrig ausfallen kann, wenn man die eigene Familie nicht allzu oft sieht. Ein negatives Beispiel ist hier der Beruf des Lkw Fahrers, der alle zwei Monate zu Hause zu Besuch ist. Ich würde eine starke Entfremdung bei so einem Lebensstil erwarten und die eigene Familie eher als Ballast empfinden. Die wichtigen Entscheidungen werden ohne mich gefällt und ich würde mich überflüssig fühlen – einzige Mission Familie finanziell absichern. Ein Vater, der die eigenen Kinder nur alle zwei Wochen am Wochenende sieht, nimmt aus meiner Sicht das Leben der Kinder ebenfalls nur als Zuschauer wahr und es bliebe hier nur der schleichende Rückzug, da die Möglichkeiten für eine aktive Teilnahme einfach kaum vorhanden sind. Das sind also alles Schwierigkeiten, denen ich gerne aus dem Weg gehe.

Es ist also alles eine Frage von der Perspektive, die ich einnehmen möchte. Im Zeitraffer sähe man auf jeden Fall, dass ich einiges in meinem Leben bewege – trotz des erforderlichen Kraft- und Zeitaufwandes, den so ein Arbeits- und Familienleben fordert. Auch wenn dieser Fortschritt im einzelnen manchmal nicht dem Umfang entspricht, den ich mir so vorgenommen habe oder wünsche. Weiterhin könnte ich auch einfach zur Kenntnis nehmen, dass das Leben zeitlich einfach stark begrenzt ist und ich auch gar nie alles das schaffen kann, was ich mir so vornehme. Denn jeder wichtiger Schritt bringt mich an eine neue Gabelung. Mir eröffnen sich also stets neue Möglichkeiten. Was du dir klar machen solltest ist, das dein Partner oder deine Kinder ohnehin andere Erwartungen an euer gemeinsames Familienleben haben und deinen Einsatz nicht so wertschätzen wie du es erwarten würdest.

Es ist sicherlich nicht alles schwarz oder weiß – ein Mann muss tun was ein Mann tun muss. Ich kann nur für mich sprechen und ich glaube, dass es ganz gut ist, das wir alle so verschieden sind. Das macht das Leben bunter und interessanter. Ich habe mich dafür entschieden, einen entspannteren Weg einzuschlagen. Ich würde vorschlagen, du machst dir einfach Gedanken darüber ob nicht einfach alles gut so ist wie es ist und ob du nicht bereits schon alles hast was du brauchst.

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Menschvadder, sei nicht so ungeduldig

Weihnachtszeit. Urlaubszeit. Ich habe viel Zeit über und verbringe diese auch gerne mal damit, Sachen die daheim liegenbleiben nachzuholen. Da fallen mir viele Tätigkeit im oder ums Haus ein. Oder ich mache einfach das, wozu ich Lust habe.

Heute ist ein Mädel aus der Nachbarschaft zu Besuch. Und die zwei Spielen zunächst Hotel, das ultimative Brettspiel. Jeder hat das so seine Eigenheiten und mein Kleiner will halt unbedingt gewinnen. Immer. Zudem kennt das Mädel die Spielregeln noch nicht.

Meine Frau ist also unten im Esszimmer, während ich im Büro herumtüftel.Und so höre ich fortlaufend Anmerkungen von meiner Frau – „Julian, nimm dich zurück“, „Julian, das geht so nicht“,“Julian erkläre dass richtig“,“Julian hör auf die Leonie runter zu machen“…. Mir fällt es oft dann schwer einzusehen, das ich dem Impuls nicht unbedingt folgen muss um einzuschreiten. Ja, es ist nicht die ideale Lösung: pädagogisch sicherlich nicht wertvoll den Julian ständig zu bremsen oder zu kritisieren. Meine Frau hätte das auch eleganter lösen können, vielleicht mal am Anfang aktiv mitspielen zum Beispiel.

Anderseits ist die Zeit, die ich für mich habe ebenfalls wertvoll. Wirklich ungestört mal zwei Stunden für mich sein. Mir fällt auf, dass dieser Tag sicherlich gar nicht kriegsentscheidend sein wird. Es wird noch viele weitere, ähnliche Situationen gegen bei denen sich eine Gelegenheit ergeben wird einen sinnvollen Beitrag zu leisten.

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infos und anlaufstellen

Menschvadder hol dir Hilfe, wenn’s klemmt

Tatsächlich ist es ein konsequenter Schritt, sich eine Anlaufstelle zu suchen wenn du nicht weiter weißt. Dabei ist nicht der fehlende Wille das Problem, vielleicht fehlen euch einfach die Ideen um aus bestimmten, verfahrenen Situationen wieder herauszufinden.

Hilfestellung können Bücher, Freunde, Verwandte oder die eigenen Eltern bieten. Und vermutlich wirst du auf alle diese Optionen hin und wieder zurückgreifen. Ganz gute Erfahrungen haben wir aber auch mit professionellen Anlaufstellen, wie etwa der Familienhilfe (zb bei der Caritas) gemacht. Hier konnten wir in einigen Sitzungen besonders gut die aktuelle Situation gemeinsam herausarbeiten. Die Sitzungen waren immer zu dritt, Pädagoge, meine Frau und ich. Einmal pro Monat.

Tatsächlich ist oft gar nicht immer das Kind das Problem. Es gibt lebhafte und impulsive Kinder und mit denen ist alles in Ordnung, obwohl sie dich regelmäßig an deine Grenzen bringen. Wir konnten bei den Sitzungen viele Impulse und Anregungen mitnehmen und einige Vorschläge der Therapeutin unseren Alltag integrieren. Dies ging mal gut, mal weniger gut – aber nach einem halben Jahr hatten wir hier gute Fortschritte gemacht. Dabei kamen alle möglichen Themen zur Sprache, nicht nur der Alltag mit den Kindern. Wohlgemerkt lässt sich das Kind nicht komplett umdrehen und der Charakter bleibt. Deswegen wäre es vermessen zu sagen, die Welt steht nach einer Therapie Kopf.

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Menschvadder, echte Männer üben keine Gewalt aus

Gewalt hat viele Gesichter. Es gibt zum Beispiel physische Gewalt, psychische Gewalt. Das wären die zwei Kategorien auf die ich mich in einer menschlichen Gemeinschaft beziehen möchte.

Eine Beziehung zwischen zwei gleichwürdigen und gleichberechtigten Partnern ist immer auch gleichzeitig geprägt durch ein ständiges Tauziehen. Und genauso wie auch eine gesunde Beziehung im Mittel in einem gesunden Gleichgewicht verharrt, ist das Tauziehen im Gleichgewicht. Es gibt einfach keinen Gewinner. Es gibt kleinere und größere Schlachten, doch mit fairen Mitteln nie einen Gewinner. 

Das Tauziehen kann sich über Monate hinweg ziehen und wirklich sehr kraftraubend sein. Es kann durchaus verführerisch für dich sein, dann zu unfairen Mitteln zu greifen um Druck ausüben und schließlich das zu bekommen, was du willst. Doch jeder Kampf hinterlässt Narben.

Die Beweggründe für physische oder psychische Gewalt sind oft vielfältig. Es kann die Angst vor der Zukunft sein, Existenzängste oder dergleichen. Das ist bei mir ein Trigger. Ich bin dann zwar nicht gewalttätig, kann aber sehr wohl sehr gemein werden. Wie lange dann dein Partner dem standhält und welche Steigerungen er mitmacht ist sehr individuell.

Als Alternative bietet es sich aber auch an, mit dem Partner über deine Ängste zu sprechen. Dich erdrückt die finanzielle Verantwortung für die Familie? Sprich darüber. Binde deinen Partner mit ein und such konstruktive Vorschläge, wie er sich einbringen kann. Ich neige dazu sehr vorwurfsvoll oder dominant zu werden, doch in einer Beziehung sollte die gemeinsame Basis sein, niemandem eine böse Absicht zu unterstellen in seinem Handeln. Und auch wenn mir da Fehler unterlaufen in der Kommunikation, dann kann ich das offen zugeben. Damit kann mein Partner was anfangen. Und für ein Gesprächsangebot wird dieser dir sicherlich dankbar sein. Ich habe meine Frau dazu ermuntert, mich darauf hinzuweisen das ich gemein bin oder vorwurfsvoll und das vielleicht nicht so meine und wir eventuell nachher nochmal sprechen sollten.

Den Mental load teilen wir uns, doch in Wahrheit merke ich nur den Ballast den ich mit mir herum schleppe. Das was der andere mit sich herum schleppt, bekomme ich in manchen Fällen gar nie mit. Je nach Typ, ob der Partner introvertiert oder extrovertiert ist.

Das Leben von meiner Frau scheint mir sehr lässig zu sein, mit wenig finanziellen Sorgen behaftet. Und das Interesse an den finanziellen Strukturen unserer Gemeinschaft scheinbar faktisch nicht vorhanden zu sein. Ich weiß auch nicht, wie sich das so eingeschlichen hat. Doch das ist leider das Standard Modell einer Beziehung und gehört immer wieder auf den Prüfstand. Leider ist es nur sehr schwierig diese Verhältnisse zur Sprache zu bringen.

Aus der Sicht meiner Frau interessiere ich mich auch nicht dafür, wie sie den Alltag bewältigt. Sie muss sich förmlich zerreißen. Da wären die Anforderungen und der Druck im Geschäftsleben oder in der Fürsorge bezogen auf den normalen Ablauf im Alltag. Aber auch der Haushalt mit allen den Kleinigkeiten, der sich nicht von selbst erledigt – ein klassisches Spannungsfeld von dem ich oft gar nicht so viel mitkriege.

Also bleibt uns nix anderes über, als im Gespräch miteinander zu bleiben. Und hierfür brauchen wir auch Zeit und die Möglichkeit. Ob morgens dann am Wochenende, beim gemeinsamen Frühstück-während die Kinder Fernsehen. Oder aber ganz ohne Kinder. Wichtig ist aus meiner Sicht hierbei die Regelmäßigkeit. Und irgendwie ist im Übrigen die Verantwortung hierfür an mir hängen geblieben. Warum auch immer.

Die Babysitter habe ich akquiriert, bei allem Protest von meiner Frau. Nachdem alles geregelt war, kam der Babysitter einmal pro Woche für zwei Stunden, ab 18 Uhr. Also zwei Stunden für uns – was essen oder mal in die Stadt rein fahren. Die Regelmäßigkeit war da und oft hat meine Frau voller Vorfreude am Vormittag schon nachgefragt, was wir den unternehmen wollen.

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paarbeziehung

Menschvadder du bist nicht allein

Ich habe festgestellt, dass meine Frau und ich uns in vielen Sachen ideal ergänzen. Wir sind so gegensätzlich und so grundverschieden, das unter dem Strich jeder davon sehr stark profitiert. Auch wenn’s manchmal anstrengend ist.

In Sachen Erziehung verhält es sich wie folgt: meine Frau gibt den Kindern ein Zuhause, sie schafft eine gemütliche Atmosphäre, richtet ein (und stellt unnötiger Weise auch ganz schön oft alles um), spricht mit den Kindern auf ihre doch sehr einfühlsame Art und Weise; ich hingehen Sorge dafür, dass dort wo man mit dem Reden nicht weiter kommt dennoch etwas zustande kommt, eine finanzielle Sicherheit vorhanden ist, ein starkes Vorbild mit Durchsetzungsvermögen daheim ist, Freundschaften entstehen können. Ich glaube, die Liste könnte hier bis ins unendliche anwachsen, doch alle diese Aufgaben könnten in Absprache sowohl von mir als auch von meiner Frau durchgeführt werden. Wäre nur einer von uns da würde allerdings einiges auf der Strecke bleiben.