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Menschvadder, helfen und loslassen….

Zwischen Helfen und Loslassen:

Es ist manchmal verdammt schwierig, bei den eigenen Kindern das richtige Maß zu finden. Wann brauchen sie uns wirklich? Wann sollten wir helfen? Und wann ist es vielleicht besser, sich zurückzuhalten und sie ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen?

Manchmal beschleicht mich dabei das Gefühl, mich selbst ein Stück weit aufzugeben. Hier noch schnell mithelfen, dort noch etwas Gutes tun, eine Aufgabe übernehmen, einen Konflikt vermeiden. Und das alles neben dem ganz normalen Trubel, den das Leben ohnehin schon mit sich bringt.

Dabei hat das Ganze auch etwas mit der eigenen Einstellung zu tun. Denn seien wir mal ehrlich: Nach all den Jahren, in denen die Kinder uns nahezu ununterbrochen gebraucht haben, ist es doch auch schön, wenn langsam etwas Licht am Horizont erscheint. Wenn das eigene Leben wieder ein bisschen spontaner werden darf. Wenn man sich selbst und den eigenen Bedürfnissen wieder etwas mehr Raum geben kann.

Schließlich sind auch wir Eltern nur Menschen. Mit eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Grenzen.

Ich habe mich lange schwer damit getan, hier das richtige Maß zu finden. Und eigentlich tue ich das noch immer. Es ist ein ziemlicher Eiertanz zwischen Fordern und Fördern, zwischen Unterstützen und Loslassen. Was kann ich meinen Kindern in welchem Alter zumuten? Wann ist Hilfe angebracht? Wie lange sollte sie dauern? Und vor allem: Wie komme ich aus der Nummer wieder heraus, ohne dass gleich der nächste Konflikt entsteht?

Ein Beispiel aus unserem Familienalltag hat mir dazu in letzter Zeit einiges vor Augen geführt.

Unser Großer trägt einmal in der Woche Zeitungen aus. Ich finde das eine tolle Sache. Er übernimmt Verantwortung, verdient sein eigenes Geld und erfährt ganz nebenbei, dass Geldverdienen eben auch mit Arbeit verbunden ist. Für seine rund 50 Euro im Monat darf er sich durchaus ein bisschen anstrengen.

Allerdings merke ich auch, wie schwer ihm das manchmal fällt. Die ganze Woche Ganztagsschule, dazu Sport und all die anderen Anforderungen, die mit dem Älterwerden einhergehen. Da kann ich schon verstehen, dass die Begeisterung am Samstagmorgen überschaubar ist.

Und dann ist da natürlich noch der innere Schweinehund. Den kenne ich schließlich selbst gut genug. Wenn sich eine Gelegenheit bietet, eine unangenehme Aufgabe abzukürzen oder aufzuschieben, dann ist die Versuchung eben groß.

Bei uns führen solche Situationen leider immer wieder zu Konflikten. Und gerade bei dieser Sache wollte ich das vermeiden. Ich wollte nicht, dass das Zeitungsaustragen zu einem weiteren wöchentlichen Streitthema wird. Gleichzeitig wollte ich aber auch nicht, dass er die Sache einfach hinschmeißt, sobald es schwierig wird.

Also haben wir uns etwas überlegt.

Wir haben einen kleinen Vertrag geschlossen. Für ungefähr drei Monate unterstütze ich ihn jeden Samstag eine Stunde beim Zeitungsaustragen. Allerdings unter bestimmten Bedingungen: Ich stehe nur bis spätestens 10 Uhr zur Verfügung, und die Zeitungen müssen bis zu einer vereinbarten Uhrzeit ausgetragen sein.

Mir war dabei wichtig, dass es seine Aufgabe bleibt. Ich helfe ihm, aber ich übernehme nicht seine Verantwortung. Schließlich verdient er das Geld und nicht ich.

Und siehe da: Er hat das Angebot dankend angenommen. Mehr noch, er scheint plötzlich motivierter zu sein als je zuvor.

Vielleicht liegt es daran, dass die Aufgabe für ihn überschaubarer geworden ist. Vielleicht daran, dass er weiß, dass er nicht alles allein schaffen muss. Oder einfach daran, dass wir aus einer Situation, die vorher regelmäßig für Ärger gesorgt hat, etwas Gemeinsames gemacht haben.

Wir haben die Vereinbarung bewusst zeitlich begrenzt und schriftlich festgehalten. Nach und nach möchte ich meine Unterstützung reduzieren. Irgendwann helfe ich nur noch eine halbe Stunde. Und schließlich soll er die Aufgabe wieder vollständig allein übernehmen.

Ob das alles so funktioniert, wird sich zeigen. Mit Kindern läuft schließlich selten alles nach Plan.

Aber ich glaube, dass wir damit einen ganz guten Weg gefunden haben.

Denn vielleicht liegt genau darin die Kunst des Elternseins: nicht jede Schwierigkeit aus dem Weg zu räumen, aber auch nicht einfach zuzusehen, wenn die Kinder daran zu scheitern drohen.

Manchmal brauchen sie einen kleinen Schubs. Manchmal eine helfende Hand. Und manchmal eben auch jemanden, der ihnen zutraut, dass sie es allein schaffen.

Für mich ist diese kleine Geschichte jedenfalls auch eine Mahnung an mich selbst. Gerade dann, wenn ich glaube, dass die Kinder doch inzwischen groß genug sein müssten, um bestimmte Dinge allein hinzubekommen.

Sie werden selbstständiger. Sie brauchen uns anders als früher. Aber sie brauchen uns eben immer noch.

Vielleicht bedeutet Loslassen gar nicht, weniger für seine Kinder da zu sein. Sondern ihnen so zu helfen, dass sie uns irgendwann an genau dieser Stelle nicht mehr brauchen.

Und vielleicht ist das auch für uns Eltern ein ganz guter Weg, langsam wieder ein bisschen mehr bei uns selbst anzukommen.

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Menschvadder, lasst die Korken knallen…

Vater sein bedeutet nicht nur, da zu sein.

Also körperlich schon. Natürlich. Das ist vermutlich die Grundvoraussetzung. Aber Anwesenheit allein macht noch keine Teilhabe.

Und vielleicht ist genau das etwas, das wir Männer manchmal unterschätzen.

Es gibt unzählige Situationen im Leben eines heranwachsenden Menschen, in denen Männer prägend sein können. Nicht nur Väter übrigens. Großväter, Onkel, Lehrer, Trainer, Freunde der Familie. Und diese Situationen finden selbstverständlich nicht ausschließlich zu Hause statt.

Trotzdem ist das Zuhause ein besonderer Ort.

Denn dort erleben Kinder uns ungefiltert.

Nicht nur beim gemeinsamen Frühstück am Sonntagmorgen oder beim Ausflug, wenn alle einigermaßen ausgeschlafen sind und das Familienleben so aussieht, wie man es sich vorher vorgestellt hat.

Sondern auch dann, wenn die Korken knallen.

Wenn jemand die Tür zuschlägt. Wenn einer ungerecht wird. Wenn zwei unterschiedliche Vorstellungen aufeinanderprallen. Wenn die Kinder Grenzen ausprobieren und wir Erwachsenen unsere eigenen manchmal erst suchen müssen.

Gerade diese Situationen halte ich für wichtig.

Denn Konflikte gehören zum Leben. Und den Umgang damit lernen Kinder nicht aus einem Buch. Sie lernen ihn, indem sie uns beobachten.

Wie streiten wir?

Wie setzen wir Grenzen?

Wie reagieren wir, wenn jemand diese Grenzen überschreitet?

Wie laut dürfen wir werden?

Und was machen wir eigentlich, nachdem wir zu laut geworden sind?

Auch wir Männer haben dabei unseren Anteil.

Nicht, weil Männer grundsätzlich die besseren Grenzen setzen. Und auch nicht, weil Frauen für die emotionale Seite zuständig wären. So einfach ist die Welt nicht.

Aber wir sind unterschiedlich.

Meine Frau und ich reagieren nicht auf jede Situation gleich. Wir setzen teilweise andere Schwerpunkte, haben unterschiedliche Grenzen und gehen mit Konflikten verschieden um. Manchmal finde ich ihren Weg besser. Manchmal meinen. Manchmal stellen wir hinterher fest, dass wir beide ziemlichen Blödsinn gemacht haben.

Auch das dürfen Kinder sehen.

Besonders bei Jungs finde ich noch etwas anderes wichtig: Sie sollen erleben, dass Frauen Grenzen setzen, widersprechen und sich durchsetzen können. Nicht als theoretische Lektion über Gleichberechtigung, sondern ganz selbstverständlich im Alltag.

Genauso sollen sie Männer erleben, die nicht nur dann auftauchen, wenn etwas repariert, getragen oder entschieden werden muss.

Männer dürfen trösten. Männer dürfen nachgeben. Männer dürfen konsequent sein. Männer dürfen einen Konflikt aushalten, ohne ihn gewinnen zu müssen. Und Männer dürfen sagen: Das war gerade Mist von mir.

Wenn Kinder ausschließlich von Frauen erzogen würden, fehlte ihnen möglicherweise ein Teil dieser Vielfalt. Nicht weil Frauen etwas nicht könnten, sondern weil ihnen schlicht die Perspektive der Männer in ihrem unmittelbaren Alltag fehlen würde.

Andersherum wäre es genauso.

Eine Welt, in der ausschließlich Männer Kinder erziehen, möchte ich mir ebenfalls nicht unbedingt vorstellen. Wahrscheinlich würden wir spätestens nach drei Wochen morgens in Formation zum Zähneputzen antreten.

Vielleicht ist genau das der Punkt.

Kinder brauchen nicht die männliche Erziehung und die weibliche Erziehung.

Sie brauchen Menschen.

Unterschiedliche Menschen, an denen sie sich reiben können. Menschen, die ihnen verschiedene Wege zeigen, mit derselben Situation umzugehen. Menschen, die Grenzen setzen und Nähe zulassen. Die sich streiten und wieder vertragen. Die Fehler machen und sie eingestehen.

Und wenn wir Väter Teil davon sein wollen, reicht es eben nicht, nur auf dem Familienfoto zu stehen.

Wir müssen auch dann da sein, wenn es anstrengend wird.

Vielleicht sogar gerade dann.

Welche langfristigen Konsequenzen das für die Entwicklung unserer Kinder hat, überlasse ich gerne denjenigen, die daraus wissenschaftliche Studien machen.

Für mich reicht zunächst eine viel einfachere Erkenntnis:

Sei da, wenn es wichtig ist.

Auch wenn gerade die Korken knallen.

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Menschvadder, ein Zuhause ist mehr als nur ein Dach über dem Kopf…

Als Vater beschäftigt mich immer wieder ein Gedanke: Wir investieren viel Zeit und Energie darin, die körperlichen Bedürfnisse unserer Kinder zu erfüllen. Sie sollen genug zu essen haben, gesund sein, ein warmes Bett und Kleidung haben. Dafür können wir in unseren Breitengraden dankbar sein – Hunger oder existenzielle Not gehören für die meisten von uns glücklicherweise nicht zum Alltag.

Mindestens genauso wichtig erscheint mir aber etwas anderes: Kindern ein echtes Zuhause zu geben. Einen Ort, an dem sie sich sicher, angenommen und geborgen fühlen.

Das ist oft leichter gesagt als getan. Im Familienalltag gibt es unzählige Situationen, die an den Nerven zehren. Dinge funktionieren nicht, obwohl sie schon hundertmal erklärt wurden. Regeln werden vergessen, Aufgaben bleiben liegen und dieselben Konflikte tauchen immer wieder auf. Natürlich frustriert das.

Trotzdem versuche ich mir immer wieder bewusst zu machen: Kinder geben in jedem Moment ihr Bestes – mit den Fähigkeiten, die sie gerade haben. Sie lernen erst, mit der Welt umzugehen. Entwicklung verläuft selten geradlinig und fast nie ohne Rückschläge.

Vielleicht besteht eine der größten Herausforderungen als Eltern genau darin, nicht jede einzelne Situation überzubewerten. Nicht jeder Konflikt muss gewonnen werden. Nicht jedes Scheitern braucht sofort eine Konsequenz. Manchmal ist es wichtiger, das Gefühl von Geborgenheit zu bewahren, als auf seinem Standpunkt zu bestehen.

Ein Zuhause bedeutet für mich nicht, dass immer alles perfekt läuft. Es bedeutet, dass man sich auch dann angenommen fühlt, wenn etwas zum hundertsten Mal schiefgeht. Gerade in diesen Momenten entsteht Vertrauen – und vielleicht ist genau das die Grundlage, auf der Kinder wachsen können.

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Menschvadder, mach dein Ding…

Es ist wirklich faszinierend, den eigenen Kindern beim Aufwachsen zuzusehen. Alles, was mich in meinem bisherigen Leben geprägt hat, scheint dabei auf einmal zusammenzulaufen. Da waren Menschen, die für mich da waren – und andere, die es nicht waren. Positive und negative Vorbilder, starke Persönlichkeiten und Menschen, die mit sich selbst und dem Leben gehadert haben. Menschen, die objektiv betrachtet gescheitert sind und trotzdem eine große innere Stärke entwickelt haben. Und andere, die nach außen erfolgreich wirken, aber dennoch unglücklich sind und innerlich kaum wachsen. Meine eigenen Erfahrungen, gute wie schlechte.

Oft hatte ich Angst davor, selbst einmal so zu werden wie die Menschen, die mir am nächsten standen – meine Eltern. Und selbst wenn manches in meiner Erziehung schwierig oder falsch war, gab es doch auch vieles, das gut war. Versteh mich nicht falsch: Es ist wichtig, sich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen und ehrlich zu reflektieren. Das ist auf jeden Fall besser, als alles zu verdrängen. Denn die eigentliche Gefahr besteht darin, den Zugang zu den eigenen Gefühlen zu verlieren.

Eine andere Gefahr liegt allerdings darin, nur noch auf das Schlechte zu schauen und dabei all das Gute auszublenden. Genau dadurch kann man unbewusst selbst Fehler wiederholen. Wenn Eltern etwa sehr streng oder einengend waren, entsteht später oft der Wunsch nach einer besonders partnerschaftlichen Beziehung zu den eigenen Kindern. Das ist grundsätzlich etwas Gutes. Problematisch wird es erst dann, wenn aus Angst vor Strenge plötzlich gar keine Grenzen mehr gesetzt werden und grenzüberschreitendes Verhalten toleriert wird. Dann läuft man Gefahr, aus der Gegenbewegung heraus neue Fehler zu machen – und es am Ende nicht unbedingt besser zu machen.

Es liegt eine große Heilkraft darin, wirklich erwachsen zu werden. Vielleicht zeigt sich Reife genau darin, den eigenen Eltern rückblickend auch ihr Unwissen und ihre Begrenztheit verzeihen zu können. Denn unabhängig davon, wie sie waren oder was sie falsch gemacht haben: Sie sind ein Teil meiner Geschichte und damit auch ein Teil meiner Identität – und das wird immer so bleiben.

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Menschvadder, Durchschnitt ist okay…

Ich lese gerade in der Movo (01/2026) einen Artikel darüber, wie wichtig es ist, man selbst zu sein und sich treu zu bleiben. Er spricht mich sehr an. Anders als die Überschrift vermuten lässt, geht es nicht nur um Liebe im klassischen Sinn – wie so oft in christlichen Zeitschriften –, sondern um etwas Tieferes. Der Autor beschreibt Liebe auf eine Weise, die genau den Kern dessen trifft, was mich gerade beschäftigt: Ich selbst empfinde mein Leben als eher durchschnittlich.

Ich lege gern Puzzles, spiele Karten und treffe Entscheidungen nicht leichtfertig – oft denke ich lange über mögliche Folgen nach. Ein Unternehmer oder Leistungssportler bin ich nicht. Und doch beschreibt der Artikel Liebe so, dass wir das, was wir tun, mit Hingabe und aus Überzeugung tun sollten – so oft wie möglich, auch wenn der unmittelbare Nutzen für andere nicht immer sichtbar ist.

Das verleiht dem Alltag eine besondere Bedeutung. Jeder Mensch ist wichtig, jeder hat seinen Platz, und aus christlicher Sicht ist jeder von Gott gewollt – denn Gott ist die Liebe. Manchmal bedeutet das auch, Zweiter zu sein oder Niederlagen hinzunehmen. Gerade im Leistungssport sieht man, wie nah Erfolg und Scheitern beieinanderliegen. Vielleicht liegt die größere Stärke darin, nach einer Niederlage wieder aufzustehen und sich neu auszurichten.

Das fällt mir nicht immer leicht. Niederlagen zu akzeptieren und mich neu zu orientieren gehört nicht zu meinen größten Stärken. Ich spüre zwar, wenn ich mal wieder über mich hinaus wachsen möchte – um im Bild des Autors zu bleiben: wenn der Schuh drückt –, aber ich habe gelernt, meine Grenzen anzunehmen und mich nicht mehr in jedes Abenteuer zu stürzen. Und das ist keine Schwäche. Je bewusster mir wird, dass unser Leben endlich ist, desto leichter fällt es mir, meine eigene Durchschnittlichkeit anzunehmen und mich an den vielen kleinen Geschenken des Alltags zu freuen.

Und damit bin ich wieder bei der Liebe.

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Menschvadder, was machst du nur falsch?

Kennst du das? Dieses „Warum ist mein Kind so schwierig?!“ – und im Kopf gleich das Echo: „Was mach ich nur falsch?!“
Versuch mal den Dreh: Stattdessen frag dich – „Wie kann ich ihm helfen?“
Klingt klein, macht aber riesig was mit deiner Haltung. Weg vom Frust, hin zur Verbindung.

Nicht meckern, sondern begleiten.
Denn meist steckt hinter dem Verhalten kein böser Wille, sondern ein echtes Bedürfnis. Was will mir das Verhalten zeigen?

Du beobachtest dein Kind also eingebettet in (aktuelle) Zusammenhänge und siehst sein Verhalten nicht als feststehenden Charakter-Makel.

Der Punkt ist: Verhaltensauffälligkeiten nicht gleich als „Störung“ abstempeln.
Statt auf das zu schauen, was nicht klappt, lieber fragen: Welche Stärke steckt dahinter?
Oft geht’s gar nicht um „Fehler“, sondern um noch fehlende Fähigkeiten. Kinder müssen manche Dinge einfach erst lernen – mit unserer Unterstützung, Geduld und Ermutigung. So wird aus „Problemverhalten“ ein Lernprozess.

Dein Kind wirkt aggressiv? Dahinter kann Stärke stecken – der Mut, eigene Grenzen zu setzen und für sich einzustehen.
Bringt dich seine Ungeduld auf die Palme? Vielleicht steckt Neugier, Energie und Tatendrang dahinter. Hier wird in einem Problem seine Stärke sichtbar.

Statt dich zu fragen, „Warum ist mein Kind so schwierig?“,
könnte die bessere Frage sein: „Was fehlt ihm noch, um mit der Situation klarzukommen?“ ein

Ein Ziel ist es, unseren Kindern beizubringen, mit Problemen und Veränderungen im Leben klarzukommen.

Wenn du das erkennst, kannst du deine Energie dahin lenken, es beim Lernen zu unterstützen, statt dich in endlosen Machtkämpfen zu verlieren.
So wird aus Stress wieder Zusammenarbeit. Dann kannst du das Drohen und Strafen endlich lassen und das große Ganze besser erkennen und erlebst dich wieder als stark und handlungsfähig.*

Eine persönliche Erfahrung: etwas Einfallsreichtum schadet nicht. Ich berede gerne Sachen, aber dabei soll’s nicht bleiben. Viel mehr muss es hier sein Gleichgewicht geben. Meine investierte Energie muss im Verhältnis zum Lernerfolg stehen. Das bedeutet in Umkehrschluss, das Erfolge sich nicht automatisch einstellen. Das Kind muss also meine Mühen mitbekommen und es muss Folgen haben, wenn sich Lernerfolg nicht einstellt nach einer gewissen Zeit.

*Der Text ist eine Zusammenfassung vom folgenden Artikel, der am 4.11.25 auf eltern.de erschienen ist (https://www.eltern.de/familie-urlaub/aggressiv–wild–ungeduldig–mit-diesem-satz-findest-du-zugang-zu-deinem–schwierigen–kind-13587070.htm).

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Menschvadder, die Routine ruft…

Die Sommerferien sind vorüber. Sechs Wochen voller Unterhaltung, Freude und Abwechslung liegen hinter mir. Ich fühle mich gestärkt und starte mit frischer Energie in die nächste Etappe – zurück in den Familienalltag.
Doch mir ist bewusst, dass diese Kraft nicht dauerhaft anhalten wird. Mit der Zeit wird sie sich langsam erschöpfen, bis schließlich wieder nur die Routine bleibt – das reine Funktionieren, das Überleben.

Ein Gedanke beschäftigt mich: Ist es nicht an der Zeit, wieder etwas Neues zu wagen? Ich ertappe mich dabei, nach freien Stellen in meinem Kalender zu suchen. Mein Interesse an Teamsport und regelmäßigem Training flammt gerade wieder auf. Gleichzeitig weiß ich, dass es auch die Abende geben wird, an denen ich froh bin, einfach zur Ruhe zu kommen und Kraft zu sammeln. Noch mehr Gelegenheiten, mich völlig auszupowern, brauche ich vielleicht gar nicht.

Wenn ich weiter darüber nachdenke, merke ich, dass ich im Moment wohl an meine Grenzen stoße. Eigentlich bin ich mit meinem Leben zufrieden – und doch stört es mich, dass ich mich zurücknehmen muss. Ich habe es geschafft, echte Gemeinschaft mit Menschen in meinem Umfeld aufzubauen, und das hat für mich eine hohe Priorität und fordert mich. Auch in meinem Job bin ich zufrieden, dort zählt ebenfalls die Teamleistung sehr viel. Würde ich also etwas Neues integrieren wollen, müsste ich zwangsläufig auf etwas anderes verzichten. Aber genau das will ich eigentlich nicht.

Ich spüre, wie schwer es mir fällt, meine eigenen Grenzen zu akzeptieren. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Herausforderung: nicht immer weiterzugehen, sondern auch stehenbleiben zu können. In der Routine erscheint mir das leichter, fast selbstverständlich. Doch sobald ich darüber hinaus will, stoße ich an diese unsichtbaren Mauern. Vielleicht gehört es zum Menschsein, dass wir uns an Grenzen reiben – weil wir ohne sie keine echte Entwicklung spüren würden.

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Menschvadder, Gemeinschaft ist wichtig…

Es ist bemerkenswert, wie stark in unserer Zeit Anonymität und der Rückzug aus gewachsenen familiären Strukturen nach wie vor geschätzt werden. Doch ich bin überzeugt, dass es keinen gesunden Weg gibt, eine kleine abgeschlossene Welt für sich allein zu schaffen. Wer ausschließlich auf sich selbst fixiert lebt, kann kein echtes Gefühl von Zugehörigkeit entwickeln. Das gilt ebenso für die Kleinfamilie, die niemals isoliert und autark von der restlichen Welt bestehen sollte.

Was möchte ich also meinen Kindern mitgeben? Ob in christlichen Gemeinschaften, in der Dorfgemeinschaft, im Sportverein oder im Kreis der eigenen Familie – es geht darum, einen Platz zu finden. Am Ende führen all diese Wege zur gleichen Erkenntnis: Wir brauchen andere Menschen, und wir möchten auch selbst gebraucht werden. Natürlich verändern sich diese Kreise mit der Zeit, manche gewinnen an Bedeutung, andere treten zurück. Eine gewisse Unabhängigkeit ist wichtig – doch ohne Verbindungen verkümmert das Leben.

Die Einsamkeit vieler Menschen zeigt, wie sehr unsere Gesellschaft darunter leidet, Bindungen zu verlieren. Einsamkeit ist kein Zustand, den man verklären sollte. Janosch Schobin hat in Zeiten der Einsamkeit eindrucksvoll beschrieben, wie verbreitet dieses Leiden ist. Ich selbst glaube: Es geht um die Balance – genug Raum für die eigenen Interessen, aber ebenso Kraft und Einsatz für echte Gemeinschaft.

Gerade im Familienleben fühle ich mich manchmal gebunden, ja sogar einsam. Denn sobald eigene Ambitionen hinzukommen, bleibt oft wenig Energie, um darüber hinaus ein tragfähiges soziales Umfeld aufzubauen. Spontane Kontakte entstehen meist dort, wo weniger Verantwortung drückt – am ehesten bei Menschen ohne Kinder. Das ist ein Geheimtipp:)

Und doch liegt gerade im Privaten eine große Chance: über die Kinder neue Menschen kennenzulernen, gemeinsam Situationen zu meistern, die zusammenschweißen. Das, was Frauen oft intuitiv schaffen, war Männern lange Zeit nur bestimmten Lebensbereichen vorbehalten – den Jugendfreunden, der Kneipe oder dem beruflichen Umfeld. Im Privatleben hatten Frauen hier meist das bessere Gespür für Gemeinschaft. Aber auch wir Männer können das – und wir sollten es vorleben. Oft braucht es dazu gar nicht viel: einen guten Freund einladen, den Onkel einspannen, einen ausgedehnten Verwandtschaftsbesuch organisieren oder einfach ein gemeinsames Fest. An Ideen mangelt es nicht – nur manchmal am Mut, sie umzusetzen.

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Menschvadder, diese Welt ist ein wundervoller Ort…

Männer, spricht mit euren Kindern darüber wie toll und schön diese Welt ist. Spricht aber nicht nur darüber, sondern zeigt es ihnen. Zeigt ihnen die Welt ungeschönt, in allen Farben.

Oft prägen Irrwege und Schuldgefühle das Leben eines erwachsenen Menschen, wohingegen die Kindheit in der Regel unschuldig und völlig frei und unberührt von Wirrungen und Fehlentscheidungen ist.

Ob Geschichte, Naturkunde, Technik oder Philosophie, die hohe Kunst des Schauspiels oder im Einsatz und Dienst an eurem Nächsten. Ganz gleich, wo ihr euch auskennt – wichtig und entscheidend ist die Hingebung. Bringt euren Kindern bei, das was sie tun mit Liebe zu tun. Und verbindet damit die entfachte Hoffnung, dadurch diese Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

Zeigt euren Kindern die Welt in der Farbe der Liebe. Bringt ihnen bei, was richtig und was falsch ist. Besser noch, lebt es ihnen jeden Tag vor. Dieser Ort, wo alles das anfänglich stattfinden sollte, nennt ihr dann euer Zuhause.

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Menschvadder, Nähe ist wichtig…

Die Nähe zu den eigenen Kindern ist etwas Wesentliches. Für mich ist das selbstverständlich – und doch merke ich immer wieder: gelebte Nähe ist weit mehr als ein Lippenbekenntnis. Sie erfordert Aufmerksamkeit, Geduld und die Bereitschaft, sich auf Situationen einzulassen, die nicht immer leicht sind.

Die Beziehung zwischen einem Vater und seinen Kindern kann einfach wirken, aber in der Tiefe ist sie oft komplex. Sie unterscheidet sich deutlich von dem, was Mütter aufbauen – nicht zuletzt, weil ein Kind schon vor der Geburt mit der Mutter verbunden ist. Das ist ein gewaltiger Vorsprung. Doch auch nach der Geburt gibt es viele Elemente, die Nähe schaffen – und in denen Frauen intuitiver und natürlicher agieren als wir Männer. Natürlich spielen auch die Persönlichkeit des Kindes, sein Geschlecht und die eigene Veranlagung eine Rolle.

Meine beiden Kinder sind Jungs. Sie sind wilder, lebhafter, manchmal auch anstrengender – und genau dafür werden Jungen oft kritisiert. Ich glaube, Männer können dieses wilde Verhalten leichter annehmen und verstehen, dass es einfach Teil des Spiels ist. Wir können Sparringspartner sein. Gleichzeitig fällt es uns oft schwerer, Nähe und Respekt, Selbstständigkeit und Vertrautheit miteinander zu verbinden. Die eigenen Ziele geraten dabei schnell in Konflikt. So kommt es, dass viele Versuche, Nähe zu schaffen, scheitern – manchmal fühlt es sich an, als blieben 80 Prozent wirkungslos. Dranzubleiben und nicht aufzugeben, ist eine der größten Herausforderungen. Das habe ich besonders mit meinem älteren Sohn erlebt. Bei meinem jüngeren hingegen erlebe ich eine größere Offenheit: er nimmt Zuwendung bereitwillig an, er saugt Liebe auf. Das macht Hoffnung – und erinnert daran, dass kein Kind dem anderen gleicht.

Wie also gelingt Nähe in schwierigen Momenten? Für mich ist es hilfreich, bewusst Rollen zu tauschen. Auch in Bereichen, die vielleicht traditionell der Mutter zugeschrieben werden, möchte ich präsent sein: beim Eincremen, beim Kuscheln, beim Zärtlichsein. In solchen Augenblicken entsteht Körperkontakt, entsteht Vertrauen. Und immer dann, wenn mein Kind zu mir aufschaut, sich anlehnt, will ich Halt geben.

Mit ein wenig Mut gelingt es manchmal auch, über den Umweg des Alltags ins Gespräch zu kommen – Informationen wahrzunehmen, die mir sonst entgehen würden, weil ich wieder einmal den sprichwörtlichen Elefanten im Raum übersehe. Nähe ist kein Selbstläufer, sondern ein Prozess. Aber es lohnt sich, diesen Weg zu gehen.