Es wirkt, als wäre ein gewisses Maß an Unordnung bei uns zu Hause ganz normal – ob in den Schubladen, unter den Schränken, im Bad oder unter dem Bett. Wir geben uns Mühe, so gut wir können, und trotzdem scheint das Chaos nie ganz zu verschwinden. Ich habe den Eindruck, dass der Anspruch, alles perfekt zu machen und das eigene Zuhause stets makellos zu halten, sehr viel Energie kostet. Dabei steht doch eigentlich im Vordergrund, den Alltag gut zu bewältigen und sinnvoll mit der eigenen Energie zu haushalten.
Was am Ende wirklich zählt, ist das Gefühl, ein Zuhause zu haben – auch wenn dich das Chaos manchmal belastet. Wenn es dir zu viel wird, halte es einfach: Such dir eine kleine Ecke aus und fang dort an, wieder Struktur reinzubringen. Danach wirst du dich ziemlich sicher besser fühlen.
Ich habe den Eindruck, dass für manche Menschen eine oberflächliche Sauberkeit einen sehr hohen Stellenwert hat. Auch das ist in Ordnung. Natürlich sollte Besuch einen angenehmen Platz zum Sitzen finden, und es ist auch schön, wenn einem beim Barfußlaufen nicht gleich Krümel an den Füßen kleben. Aber solange die Schränke nicht aus allen Nähten platzen, findet sich meist immer noch irgendwo ein bisschen Platz.
Vielleicht muss man auch nicht alles dauerhaft aufbewahren. Dinge, die sich über Jahre ansammeln, regelmäßig neu zu sortieren und ein- oder zweimal im Jahr bewusst auszusortieren, kann sehr entlastend sein – diese Zeit sollte man sich nehmen. Es ist oft nicht die schiere Menge, die überfordert, sondern der fehlende Überblick. Wenn man gelegentlich prüft, wovon man sich trennen kann, und Unnötiges dann verschenkt, verkauft oder entsorgt, schafft das spürbar mehr Klarheit und Ruhe.
Und wenn dich die Zahnpasta im Waschbecken doch stört, dann scheue dich nicht, das Becken einfach selbst kurz zu reinigen.