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Menschvadder, die Dinge scheinen kompliziert zu sein…

Vorweg -jetzt war heute gefühlt einer der schönsten und harmonischsten Tage seit Jahren bei uns daheim. Obwohl Mudder nun fünf Stunden mit dem Julian in der Notaufnahme verbracht hat wegen einem geschwollenen Knöchel nach dem Fußball Training. Was sich hinterher zum Glück nicht wieder als Bruch erwiesen hat, vier Monate nach dem letzten Bruch an genau eben jener Stelle.

Nach vielen Turbulenzen in den letzten Wochen und Monaten, bringt mich gerade mal wieder die Sorge davor um den Schlaf, was uns wohl so noch erwarten mag. Denn uns hat der nette und freundliche Arzt erst letzte Woche verkündet das unser Sohn Noah vermutlich an einer -hoffentlich- etwas milderen Form von Epilepsie leidet. Dies war für uns ein Schock, wobei das Krampfen nicht erst seit gestern ein Thema ist. Der Erfolg einer Therapie und mögliche Komplikationen sind überdies alles noch offene Themen.Hinzu kommt zu allem Überfluss die relativ frische Erkenntnis, das im Unternehmen für das ich arbeite vieles darauf hinweist, das die Entwicklungen auf kurz oder lang meinen Job überflüssig machen könnten.

So kommen die Dinge manchmal einfach zusammen. Neulich habe ich irgendwo einen mutmachenden Spruch aufgeschnappt: ein schönes Leben leben heißt im Regen zu tanzen statt auf die Sonne zu warten. Als befreiend empfinde ich in solchen Situationen das Gefühl von Leichtigkeit, das sich einstellt. Es ist dann einfach alles so viel und derart verfahren, das ich aufhöre zu strampeln und mich locker mache. Denn viel Schimmer kann es manchmal nun wirklich nicht kommen. Existenzielle Ängste hingegen habe ich zum Glück nicht. Ich glaube fest daran, das irgendwie alles wieder gut wird. Und ich versuche einfach unsere gemeinsame Zeit als Familie möglichst schön zu gestalten. Zum Beispiel habe ich einen Kurztrip nach Hamburg gebucht und fühle mich jetzt deutlich besser. Einfach versauern möchte ich auch nicht und niemand weiß was die Zukunft bringt.

Die Dinge sind kompliziert und ich kann mich nicht an den Punkt erinnern, wo das alles so kompliziert geworden ist. Ich kann mich nicht an den Punkt erinnern, an dem Träume und Hoffnungen zusammengeflossen sind und zum Alltagstrott wurden. Dennoch habe ich Angst davor, dass dieser doch eigentlich so lieb gewonnenene Alltag zum Alptraum voller Ängste und Traumata wird, da viele Sachen eben so auf der Kippe stehen und sich meinem Einfluss entziehen.

Ich kann einfach nur hoffen, das ich nicht alleine dastehe, wenn es dann soweit ist. Vielleicht ist genau das dann das entscheidende. Ja sogar das einzige, was ich tun kann. Dafür sorgen, das ich nicht alleine dastehe, wenn es soweit ist. Denn die Dinge scheinen schon immer wohl kompliziert gewesen zu sein und irgendwie hat sich immer jemand gefunden, der zur rechten Zeit am rechten Ort und für mich da war.

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allgemeines

Menschvadder, Langeweile ist schwer auszuhalten…

Für beide Seiten kann es sehr frustrierend sein, wenn’s kein Programm gibt. Zusammen daheim, quasi aufeinander sitzen ist nicht einfach.

Es ist für dich nicht einfach, einfach mal nicht irgendetwas sinnvolles mit deiner Zeit zu machen denn zu tun gibt es ohnehin immer. Es ist für deine Kinder nicht einfach, mal kein Programm zu haben und dies auszuhalten .

Aber ich verspreche dir, gut zu tun haben die eigentlich immer – allerdings nicht so wie du jetzt vermutlich glaubst. Kinder machen dann einfach Kinder Kram. Die brauchen einfach ihre Zeit um herauszufinden, welche Ideen sie denn noch so umsetzen wollen oder was aus ihrer Sicht im Kinderzimmer sonst noch so zu tun ist. Sie brauchen die Zeit, um den Draht zu sich selbst zu finden und Geschehenes zu reflektieren. Sie brauchen die Zeit um kreativ zu sein.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, das es manchmal gar nicht so leicht ist, ein quängelndes Kind auszuhalten. Wohlgemerkt kommt das ja manchmal on top, nachdem du die Arbeit für den heutigen Tag erledigt hast und das Kind/die Kinder mit allem nötigen versorgt hast. In dieser Phase kann dich der kleine Nörgler ganz schön an deine Grenzen bringen. Erfahrungsgemäß dauert dies dann gut und gerne eine Stunde oder länger, bis sich der kleine Nörgler verzieht und wirklich zur Ruhe kommt. Folglich musst du dazu in der Lage sein, trampeln, kleppern, den Singsang und teilweise schwer identifizierbare Geräusche auszuhalten, die sich in dieser Phase wie Schläge auf den Kopf anfühlen. Diese Energie musst du erstmal aufbringen können.

Zugegeben, es ist schwer Langeweile auszuhalten- aber machbar. Jegliche Motivation, für den Nachwuchs in die Presche zu springen würde allerdings ohnehin zu noch mehr Frustration beim Nachwuchs führen, schließlich weiß dieser selbst nicht was er will. Dieser Versuchung solltest du hin und wieder also widerstehen. Eines noch: die elektronischen Helferleim, wie etwa Handy oder Spielekonsolen würden das Problem nicht lösen, nur verschieben.

In diesem Sinne – enjoy& have fun!

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paarbeziehung

Menschvadder, einigt euch…

Es ist meiner Erfahrung nach sehr schwierig für dich, eigentlich für jeden von uns, sich in Erziehungsfragen mit seinem Partner zu einigen. Da spielen viele Sachen mit rein, die eigene Erziehung oder Wahrnehmung zum Beispiel. Müsste man auch jede Kleinigkeit diskutieren, gäbe dies eine Diskussion die kein Anfang und kein Ende hat.

Doch in vielen Fällen ist es leider erforderlich zumindest den Kindern gegenüber einstimmig zu sprechen. Dieses Thema ist  unheimlich vielschichtig und führt nicht selten deswegen zu größeren Konflikten. Meine Beobachtung ist, das wir Männer hier oft den Frauen das Feld kampflos überlassen. So wie es viele Generationen davor eben auch gemacht haben. Es geht also nicht nur um Einigkeit sondern sicherlich auch ein Stück weit darum, eben eigene Ansichten und Ideen in der Erziehung zu vertreten und durchzusetzen und hier mitzumischen. Dies ist die grundlegende Idee und sicher auch nicht neu.

Es ist ein ständiger Austausch, manchmal auch ein Schlagabtausch aber Fakt ist, das jeder Partner in einer gleichwürdigen Beziehung eigene Qualitäten mitbringt. Somit ist es wichtig, den anderen so zu nehmen wie er ist und einfach Prioritäten zu setzen. Damit es dir etwas bringt, dieses Kapitel zu lesen, möchte ich hier meine drei  top Prioritäten nennen.

1. Ich erwarte nix von meinen Kindern, was ich nicht von mir verlange. Wenn ich also von ihnen erwarte regelmäßig Hände vor und nach dem Essen zu waschen, dann mache ich das ebenfalls. Wenn ich von ihnen erwarte, in der Wohnung die Schuhe auszuziehen, dann gewöhne ich mir dies auch an. Dies ist gelebte Gleichwertigkeit und macht die Dinge sehr viel leichter. Wie schon erwähnt möchte ich aber auch, das mein Partner dies so lebt.

2. Wir bleiben im Gespräch. Wir schaffen den Raum dafür, um im Gespräch bleiben zu können. Das bedeutet konkret, das es schon einen Unterschied macht, ob ich mich ständig ermahnend an meine Kinder wende oder ob ich echtes Interesse an meinen Kindern habe. Dies spüren die instinktiv. Meine Gedanken kann ich in einer lockeren Atmosphäre besser zur Sprache bringen, sei es im Gespräch mit meinem Partner oder meinen nervigen Kindern. Regelmäßige Unternehmungen – wie etwa ein Mama/Julian Tag pro Woche bringt uns manchmal einfach schneller zum Ziel.

3. Last but not least: Es kann sich nur selten etwas in die gewünschte Richtung entwickeln, ohne ein Ziel. Wir gehen also kleine Schritte. Wenn’s das Zähneputzen ist, dann überlege ich mir einen Weg, wie ich es vermitteln kann wie Zähne zu putzen sind. Wenn es darum geht das Geschirr nach dem Essen abzuräumen, dann suche ich nach einer Lösung. Du musst nur genau hinhören, dann ergeben sich spielerische Lösungen im Austausch mit anderen Eltern. Wir sitzen schließlich alle im gleichen Boot. Und ganz wichtig, ermutige deinen Partner sich ebenfalls für Ziele stark zu machen, den es gibt mehr als genug zu tun. Teilt diese Verantwortung unter einander.

Nun mein Ziel ist, das meine Kindererziehung dazu führt, eine ganzheitliche Entwicklung der Persönlichkeit meiner Kinder zu fördern. Ich möchte keinen Klon von mir und auch kein überangepasstes, leistungsfähiges und unglückliches Kind. Von denen gibt’s schon genug.

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allgemeines

Menschvadder, die Luft ist raus…

Abgesehen davon, das diese Situationen jeder kennt, wenn die Luft raus ist, ist es doch nochmal anders, wenn du feststellst dass dein Kind bei aller Motivation und gutem Vorsatz sich einbringen zu wollen und mitmachen, an die eigenen Grenzen stößt.

Egal ob schulische Verpflichtungen, ob die Monotonie einkehrt oder dein Kind einfach überreizt ist-es gibt viele Trigger. Ich stehe dann oft wie ein Ochse vor dem Berg, wenn ich daran verzweifle. Vielleicht weil mein Kind in solchen Augenblicken die einfachsten Sachen nicht mehr hinkriegt oder aber wir keinen Modus finden, um miteinander zu kommunizieren und einfach nicht mehr freundschaftlich miteinander umgehen können. Mein erster Gedanke ist dann – das macht der doch mit Absicht. Dabei kannst du doch solche Signale wunderbar als Anzeichen dafür nutzen, um festzustellen wie es gerade um dein Kind so steht. Dann hast du die Möglichkeit, Freiräume auszuweiten, wenn nötig, gemeinsame Unternehmungen zu planen oder aber auch einfach mal nix zu machen und Ruhe einkehren zu lassen. Du kannst also relativ einfach feststellen was gerade so bei euch daheim richtig und wichtig ist.

Das Stellen der Weichen und betätigen der Hebel ist in Übrigen aber gar nicht so einfach, wie ich es da oben beschrieben habe. Tatsächlich ist die große Schwierigkeit, das alles mit den eigenen Empfindungen und Herausforderungen in Einklang zu bringen. Vergiss dabei auch nicht die Geschwister oder deinen Partner, die ebenso in ihrer eigenen bunten Welt unterwegs sind. Folglich kann es sein, das du die besten Absichten hast und dennoch alles in die Hose geht und es euch einfach nicht gelingt Zuhause oder in der Schule die Stimmung etwas aufzuheitern. Zudem erfordert es aus meiner Sicht auch teilweise große Anstrengungen und Ausdauer , denn wenn es beim ersten Mal nicht klappt musst du einfach dranbleiben.

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spiel und spass

Menschvadder, bleibt hin und wieder analog…

Analog sein ist heutzutage ein Alleinstellungsmerkmal. Zugegeben, die digitale Welt hat ihre Vorzüge – doch darum geht’s hier jetzt nicht.

Vielmehr möchte ich davon erzählen, mit was unsere Kinder sich die Zeit vertreiben, wie kreativ sie sein können. Von sich aus.

Es gibt in unserer unmittelbaren Umgebung verschiedene Lager und ich beschreibe mal zwei Extreme:

Diejenigen, die zb Zocken als Methode sehen, die Kinder abzuschieben um den doch sehr fordernden Alltag, insbesondere mit mehreren Kindern zu meistern. Da sitzen dann Knirpse mit <10 Jahren mit voller Montur (Headset/Joystick) und mindestens 250mbit Bandbreite und einer dauerhaften Verbindung zur unendlichen, virtuellen Welt mehrere Stunden pro Tag vor der Flimmerkiste.

Oder diejenigen, die komplett analog sind und komplett anti alles und überhaupt das ganze neumodische Zeug verteufeln. Die Natur und Urlaube auf dem Bauernhof und im Grünen bevorzugen und sowieso nix von Facebook und Instagram halten.

Nun, ich möchte mich hier abgrenzen -auch ich habe es nicht geschafft mir ein Konto bei Facebook und Instagram anzulegen und merke auch so langsam, das so mancher Trend an mir vorbei geht. Und diese genannten Trends sind schon Schnee von vorgestern. Nun ich kenne mich sehr gut mit Informationstechnik aus, dies möchte ich zu meiner Verteidigung hinzufügen.

Was brauchen die Kinder also? Welche Art von Impulsen und wie nahe am Zahn der Zeit muss ich also sein? Meine große Erkenntnis ist, es ist wichtig zu wissen in welchen Sphären deine Kinder sich gerade befinden, um so besser einschätzen zu können, welche Sachen altersgerecht sind. Minecraft ist für mich ein Begriff und ein gutes Beispiel. Klötze stapeln einerseits, doch unendlich viele Server mit Kontakten zu fremden sind die andere Seite der Medaille. Also,uffpassee…

Und jetzt noch abschließend ein paar Impulse, die hoffentlich hilfreich sind. Unsere kleinen bauen liebend gerne Höhlen aus Decken und Kissen und Kuscheltieren und ja, auch noch mit 10 Jahren. Die Schreibmaschine ist ganz hoch im Kurs, Comics lesen, altersgerechte Bücher lesen, Filme drehen mit einer uralten Kamera. Nutzen von einem Metallsuchgerät ist auch interessant, einen eigenen Laden im Zimmer zu führen sowieso, eine Polizeidienststelle Pflicht und so weiter. Auch wenn mein großer da manchmal anderer Meinung ist, meistens spüre ich intuitiv schon was er wirklich braucht. Und dies entspricht nicht unbedingt immer seinem Willen.

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Menschvadder, das ist ein Neuanfang….

Jeder Tag ist ein Neuanfang und eine echte Chance, es besser zu machen als am Tag davor. Und den Tag davor.

Manchmal sind bei uns Zuhause die Fronten so verhärtet und der Frust so groß, das ich weder ein noch aus weiß. Manchmal bringen uns unsere zwei Kinder an den Rand der Belastungsgrenze.

Diese besonderen Situationen kommen phasenweise und immer wieder. Sei es, das wir jeden Abend auf die Probe gestellt werden weil die Jungs abwechselnd quängeln und einfach nicht ins Bett wollen was ein sehr einfaches Beispiel ist. Oder aber die Stimmung ist grundsätzlich am Tiefpunkt angekommen und mir und meiner Frau fehlt die Kraft, die Situation aufzulösen und die Stimmung zu heben.

Interessanterweise kommt dann immer wieder völlig unverhofft der Neuanfang. Sei es der Urlaub als Familie, ein netter Besuch, ein Fest Nachmittag in der unmittelbaren Umgebung, eine Auszeit oder ein entspannter Nachmittag zu zweit. Vielleicht bieten sich aber auch die Großeltern an, mal ein Kind ein Wochenende zu hüten oder ganz neu für uns, einen ganzen Urlaub mit einem Enkel zu verbringen. Ganz gleich wie es kommt, es geht weiter. Es geht immer weiter.

Oft bekomme ich zu hören, das diese ach so tolle Zeit, in der die Kinder aufwachsen, eine besondere Zeit ist. Diese kann sicherlich schön, erfüllend und besonders sein. Doch in allererster Linie ist es in den ersten zehn Lebensjahren deines Kindes ein Knochenjob. Auch danach wird’s sicherlich nicht einfacher, wenn auch anders und zumindest mit weniger Arbeit verbunden, weil deine Kinder selbstständiger werden.

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Menschvadder, mach dich mal locker….

Du kämpfst für die Gerechtigkeit. Tag für Tag. Unermüdlich. Daran ist erstmal nix auszusetzen, denn du kämpfst für eine gute Sache.

Die Wahrheit ist, das es ganz viele Situationen mit kleinen Kindern gibt, in denen du ihnen vermitteln möchtest, was richtig ist oder wie’s richtig geht. Tag für Tag. Manchmal kann es passieren, das du dich etwas zu sehr verkrampfst, was nicht weiter schlimm ist. Aber meine große Erkenntnis hier ist, dass diese ständigen Ermahnungen und Verbesserungen nicht immer automatisch sinnbildlich für eine tolle Beziehung zwischen dir und deinen Sprösslingen steht. Vielmehr kann übertriebene Kritik beim Nachwuchs das Gefühl aufkommen lassen, unfähig zu sein oder aber etwa Bequemlichkeit fördern weil der Eindruck entsteht, es ohnehin niemanden Recht machen zu können. Und ganz ehrlich – manchmal habe ich den Eindruck, das ich die wenige Zeit, die ich mit meinem Thronfolger verbringe nur am meckern bin. Und vermutlich empfindet dieser das auch so. Und dann musst du natürlich sehen, das der Partner auch noch da ist und seine Anliegen beim Kleinen ebenfalls Tag täglich vorbringt. Kind sein ist also auch nicht wirklich leicht.

Es ist unheimlich schwierig aus dieser Spirale heraus zu kommen, wenn ihr erstmal darin gefangen seid. Ich stelle mal die Behauptung auf, das es auch unheimlich schwierig zu ertragen ist, wenn der Nachwuchs sich stets schwer tut mit dem Umsetzen von einfachsten Anweisungen und Abmachungen einfach ignoriert.

Wenn es zum Showdown kommt, sind Sprüche wie etwa, „Wer ist denn hier der Erwachsene“ hier völlig fehl am Platze, finde ich. Meistens kommt dies vom Partner, der versucht zu schlichten. Zudem baut sich in dir drin ein konstant anwachsender Druck auf, weil Kindererziehung ohnehin nur ein Nebenjob ist, der neben ganz vielen anderen Sachen läuft und einfach laufen muss. Es muss laufen. Genau. Vielleicht fühlst du dich aber auch einfach als ein Versager, weil du erkennen musst, das dich so ein kleines Geschöpf irgendwann einfach mit deinem Verständnis an deine Grenzen bringt. Was also tun?

Alle Vorwürfe und all die zurecht empfundene Ungerechtigkeit nützt dir hier nix. Du musst lernen a) über dich selbst hinaus zu wachsen und rechtzeitig loszulassen und b) die Dinge mit etwas Abstand zu betrachten. Und bitte vor allem Dinge gezielt einzuüben, und zwar ohne den Nachwuchs zu sehr unter Druck zu setzen. Mir fällt dies nicht sonderlich leicht und ehrlicherweise muss ich diese Haltung oft immer wieder einüben. Nehmen wir mal als Beispiel das Zähne putzen – ich meine der Kleine putzt schon seit 7 Jahren mit der Zahnbürste die Zähne selbst und beherrscht es immer noch nicht wirklich. Dann muss ich mir schon vorwerfen lassen, das ich eventuell einfach zu wenig Kreativität besitze um dies meinem Kind zu vermitteln. Als mir dies aufgefallen ist, habe ich festgestellt dass alle unnötigen Streitereien ums Zähneputzen vergeblich waren. Stattdessen hätte ein Bild, das die entsprechenden Techniken kindgerecht aufzeigt und am Badezimmerschrank angebracht ist, viel mehr geholfen. Ebenso in regelmäßigen Abständen vielleicht ein gemeinsames Einüben von einer passenden Zahnputztechnik, das vielleicht eine Woche regelmäßig Abends stattfindet. Alle 3 Monate. Immer wieder, solange bis es sitzt.

Ein guter Rat ist manchmal teuer. Und so ging es uns mit vielen Dingen. Überhaupt zu erkennen, warum sich der Nachwuchs mit etwas schwer tut ist wahre Kunst. Doch bedenke: Kinder sind von Natur aus kooperativ und dies würde ich so sofort unterschreiben. Zugegeben – dies ist nicht meine These, sondern Jesper Juul hat diese aufgestellt. Jesper Juul ist einer der wirklich einfühlsamen Kinderpsychologen wie ich finde. Er glänzt mit unzähligen Fachbüchern, Tipps die durchaus auch alltagstauglich sind und eben auch für Laien gut verständlich geschrieben.

Vielleicht solltet ihr als verantwortungsvolle Eltern also weniger auf die Fehler schauen, die eure Kinder machen, sondern versuchen, kreativ zu sein. Und vor allem auch Sachen gezielt anzugehen, wenn ein Verhalten nicht gesellschaftstauglich ist. Bleibt dran, have Fun!

Zum Schluss noch eine Sache: es gibt keine Garantie, das eure Kinder immer auf euch hören werden. Ihr müsst eure Kinder auch nicht perfekt erziehen und sie dürfen und müssen auch Fehler machen. Dies wirst du spätestens dann erkennen, wenn die weichen Linien in den Gesichtern verschwinden und die Ecken und Kanten immer mehr zum Vorschein kommen. Doch in jedem Fall können aus ihnen wundervolle, Erwachsene Menschen werden. In jedem Lebensabschnitt müsst ihr als Eltern somit neu erlernen den richtigen Abstand zu eurem Kind zu finden. Wenn es also mit 11 immer noch mit offenen Schnürsenkeln herum läuft, dann ist das halt so. Dann müsst ihr euch damit abfinden, schließlich habt ihr dieses Thema irgendwann ja mal besprochen und eingeübt. Und das Leben des Kindes hängt nicht unbedingt davon ab.

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Menschvadder, übernimm das Steuer…

Heute, morgen… Oder vielleicht einfach nur so oft wie möglich. Es gibt Tage, da ist die Stimmung in der Familie auf dem Tiefpunkt und alles läuft schief. Ein Tipp: schau dir mal die Coopers an(schlimmer geht’s immer). Hier werden dir die Protagonisten schon zu verstehen geben, wie herausfordernd ein Tag in einer mehrköpfigen Familie sein kann. Und wie leicht es sein kann, nie die Fassung zu verlieren – ganz gleich ob der Junior das Auto zu Schrott fährt oder alle nur am nörgeln sind und der Familienalltag Chaos pur ist. Die Erzählung in Film ist sehr amüsant.

Die Realität sieht eher so aus: wenn der Haussegen schief hängt, bist du allzu oft nicht unbedingt Willens und dazu in der Lage, das Steuer zu übernehmen um deine Familie auf Kurs zu halten oder tust dies nur halbherzig. Zumindest geht es mir so. Egal ob Erschöpfung und Müdigkeit dich plagen oder Zweifel und Ängste. Es können Stimmungsschwankungen bei deinen Teammitgliedern hinzukommen und in Summe einfach mal alles zu viel werden, auch wenn du ohnehin oft nix für Befindlichkeiten und Gefühle der anderen kannst. Aber der Schuldige ist ja schnell ausgemacht.

Geborgenheit ist eigentlich der Schlüssel zu allem. Die Situation so zu drehen, ohne das es verkrampft wirkt und du authentisch bist, das ist die Kunst. Denn Kinder wollen Geborgenheit und Sicherheit und brauchen dies auch um sich zu entwickeln und ein Grundvertrauen aufzubauen. Sei ein Freund, ein Vater, mach dich locker. Wenn dies gelingt und du immer wieder über dich hinaus wächst stellt sich bei dir ebenso ein Zufriedenheitsgefühl ein – du bist der Steuermann auf rauer See.

Es reicht nicht, Pflichten einzufordern wie etwa das Zimmer aufräumen oder Zähne putzen. Das ist auch sehr wichtig. In der Stellenbeschreibung ‚Freund und Vater auf ewige Zeit‘ standen aber neben Zielstrebigkeit auch Anforderungen wie etwa Einfühlungsvermögen und Führungsstärke. Das ist also das Trio, das dich zu deinem Erfolg führt. Lass nicht zu, das dir jemand oder etwas diesen Erfolg vermiest.

Unser Pfingsturlaub steht uns jetzt bevor. Ein paar gemeinsame Tage an einem See mit unserem Wohnwagen. Das ist eine sehr gute Gelegenheit die Stimmung in meiner Mannschaft zu heben und alle zur Ruhe kommen zu lassen. Unsere Urlaube sind oft einfach nur Familienurlaube und die Erwartungen an die Erholung und Abenteuer entsprechend. Da gibt es tolle Varianten, etwa Campingplätze oder Strandurlaube mit oder ohne Freunde mit Kindern oder ohne.

Bedenke bitte, das der Steuermann Verantwortung für sich tragen muss, für die eigene Zufriedenheit und Ausgeglichenheit und hin und wieder den Partner mitziehen muss. Wenn du also das nächste Mal die großen Macher dafür bewunderst, die großes leisten wie etwa ein Manager von einem Dax Unternehmen oder dein Lieblings-Trainer in der Bundesliga, dann klopfe dir auch mal selbst auf die Schulter dafür, das du in eurem Familienalltag das Steuer fest in der Hand hälst, was alles andere als selbstverständlich und ein Selbstläufer ist.

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Menschvadder, welcher Erziehungsstil passt zu dir?

Es gibt meiner Meinung nach keine Geheimformel für Kindererziehung oder einen Erziehungsstil der immer gelingt. Im Alltag ist es sogar eher so, das aus Zeitmangel du gar nie dazu kommen wirst, jede krumme Situation pädagogisch korrekt und immer maximal förderlich für das Kind zu gestalten, soviel vorweg. Die gute Nachricht ist, das musst du auch gar nicht.

Solltest du ein Mindestmaß an Interesse daran haben, eine Beziehung zu deinem Kind aufzubauen, so musst du dir vielleicht als aller erstes im Klaren darüber werden, was für ein Typ Mensch du bist. Bist du introvertiert oder extrovertiert, eher der ängstliche Typ, autoritär,dependent, paranoid oder einfach nur ein Narzißt? Etwas Selbstunsicher vielleicht? Vermutlich gibt es hier keine Stereotypen, sondern in dir steckt immer von allem etwas. In Abhängigkeit von der Situation neigst du eher dann zu der einen oder anderen Verhaltensweise. Glaube mir, Kinder ziehen alle Register, wenn du Tag und Nacht mit ihnen zusammen bist und jede Wette, das du ganz genau bei dir hinsehen wirst und wirst müssen und vor allem stark an dir arbeiten, sofern dir etwas daran liegt, den Job als Vater gut zu machen. Der positive Effekt hier, aus dir wird vielleicht auch ein besonderes angenehmer Zeitgenosse und dies kommt dir in vielen anderen Lebenssituationen sehr zu gute.

Welcher Erziehungsstil passt also zu dir? Diese Frage kannst du dir am besten selbst beantworten. Allerdings nur dann, wenn du eben ein Gefühl dafür hast, wie du eher so geprägt worden bist, zb in deiner Kindheit.

Mein Erziehungsstil ist oft eher autoritär. Vermutlich bin ich einfach so gepolt. In vielen Situationen ist es zugegeben auch einfacher, den eigenen Willen durchzusetzen, ohne Rücksicht auf das Kind und seine Bedürfnisse. Oft genug leide ich auch darunter, denn hinterher tut es mir in bestimmten Situationen leid. Manchmal habe ich dann das Gefühl, zu grob zu sein. Ein nicht gewollter Nebeneffekt hier ist, das ich unseren großen eben in die passiv aggressive Haltung dränge. Auch hier gilt aber, das Ich dennoch korrigieren kann:

1. Ich kann meinem Kind oft einfach ein Gespräch anbieten, um Situationen gemeinsam zu gestalten. Vielleicht fällt es ihm leichter, aus dieser Haltung des boykottierens und der Verweigerung zu kommen. Hierbei kann ich ihm helfen, sich auszusprechen.

2. Ich kann ihm regelmäßig die Spielregeln ins Gedächtnis rufen. Überlege dir einen passenden Diskurs, um diese autoritäre Beziehung ein stückweit frei von Emotionen zu machen.

Oft genug sind meine Generation und die darauffolgenden aber eher demokratisch erzogen worden. Eine rein freundschaftliche Beziehung zum eigenen Kind ist denke ich dennoch problematisch, denn niemals kannst du Freund, Erzieher und Versorger zur gleichen Zeit sein. Meiner Meinung nach besteht hier die große Gefahr, Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung gleichzusetzen. Du stimmst mir sicher zu, das ein Kind in der ersten Klasse nicht alleine entscheiden sollte, ob es zur Schule gehen mag Oder nicht und stattdessen lieber in Bett liegen bleibt weil es noch müde ist. Diese Entscheidung triffst dann doch eher du als Erzieher. Wohingegen Regeln gleichermaßen für alle gelten, wie etwa dass das herum laufen in Straßenschuhen in der Wohnung für alle gleichermaßen nicht erlaubt ist. Hier wird also nicht mit zweierlei Maß gemessen. Das wäre ein gutes Beispiel dafür, wie du authentisch, aufrichtig und ehrlich sein kannst.

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Menschvadder, das Aufstehen ist ein Drama…

Du fragst dich sicherlich, ob die Morgen Routine tatsächlich einen ganzen Bericht wert ist. Offen gestanden ist es das und ich sage dir gerne warum.

Bei unserem Julian steht das Aufstehen symbolisch für den riesen Widerstand, den wir immer wieder bei unseren täglichen Routinen erfahren. Irgendwie hat es sich so entwickelt, das gefühlt bei alltäglichen Routinen und überhaupt gefühlt immer auf jede Bitte und Aufgabe Nein als Antwort kommt, Verweigern also seine Grundhaltung entspricht. Die schlechte Nachricht ist, sicherlich haben wir unseren Beitrag dazu geleistet und wenn dir diese Situationen bekannt sind, dann ist auch bei euch hier und da sicherlich was falsch gelaufen. Oder besser gesagt du wusstest es einfach nicht besser.

Die Morgenroutine ist sicherlich beherrschbar – auch bei solchen Kandidaten, dies erfordert jedoch etwas Übung und Phantasie. Zumindest wenn du es richtig machen willst, klein kriegen kann die Jungs jeder mit Druck. Aber dann wirst du diesen Teufelskreis nie verlassen und irgendwann nimmt womöglich eure Beziehung schaden. Den General raushängen lassen ist also nicht.

Wie schon an anderer Stelle geschrieben, gibt’s viele Möglichkeiten diese Morgenroutinen zu meistern. Aus meiner Sicht ist es jedoch wirklich essenziell einzusehen, das Widerstand seitens des Kindes zu erwarten ist, dies dich jedoch nicht abhalten darf davon, zu bestimmten wie und vor allem wann der Tag des Kindes beginnen soll. Dieser Widerstand kann manchmal wirklich heftig sein. Beleidigungen zu ertragen und sich von einem zehnjährigen Anschreien zu lassen kann durchaus auch dazu gehören. Und blöderweise gibt es manchmal einfach keine Möglichkeit dies abzustellen. Das sollte dich aber nicht beeindrucken. Bei uns ist dies erst so schlimm, seit morgens regelmäßig zur ersten Stunde der Unterricht beginnt, so ab Klasse 3 also. Da geht es einfach morgens um 6:30 Uhr raus aus dem Bett.

An dieser Stelle ist mir jedenfalls oft die Hutschnur geplatzt und ich bin ebenfalls laut geworden. Du kannst dir sicherlich vorstellen, wie es aussieht, wenn also ein Erwachsener auf ein Kind losgeht und es zum Aufstehen zwingt und ggf dabei etwas grob wird. Man kann aber gemeinsam darauf hinarbeiten, diese Situationen gar nicht erst aufkommen zu lassen. Regeln und Konsequenzen(keine Strafen! Verbannen am besten dieses Wort aus deinem Wortschatz!) waren bisher stets hilfreich. Und wenn es doch manchmal so kommt, dann lasse das Schreien sein. Stattdessen kannst du ankündigen dass es etwas unangenehm wird, wenn du deinen Sprössling aus dem Bett heraus ziehst.

Ich denke, das inzwischen doch etwas Einsicht bei dir vorhanden sein müsste, warum deine Anwesenheit morgens also erforderlich ist und was dein Beitrag sein kann. Meine Arbeitszeiten lassen es zu, ggf später anzufangen und ich nutze das entsprechen auch aus.